B i o g r a p h i e

Ricardo Alejandro Luna wurde am 20. April 1970 in Buenos Aires geboren und schloss dort an der argentinischen katholischen Universität die Fächer Orchesterdirigieren, Chordirigieren und Komposition mit ausgezeichnetem Erfolg und dem Magistertitel ab.

 

Noch während seines Studiums gründete Ricardo Luna den Kammerchor „Coro de Puerto Madero“ und leitete auch Chor und Orchester der Universität bei mehreren Konzerten.

Er nahm an Meisterkursen für Chor- und Orchesterdirigieren in Argentinien und Europa teil, unter anderem bei Kurt Masur in Buenos Aires, Prof. Michael Luig in Köln sowie Prof. Erwin Acel in Wien.                                                                                                            Seit 2000 lebt Ricardo Luna in Wien, wo er postgraduale Studien für Dirigieren bei Prof. Uros Lajovic und Komposition bei Prof. Erich Urbanner an der Universität für Musik und darstellende Kunst absolvierte.

Während dieser Zeit erweiterte er sein musikalisches Spektrum auch durch Mitwirkung beim Wiener Singverein (Leitung: oProf. Johannes Prinz) und sang als professioneller Bariton und Chorsolist im Arnold-Schönberg-Chor Wien (Leitung: oProf. Erwin Ortner) mit renommierten Ensembles unter bedeutenden Dirigenten und mit namhaften Solisten wie Nikolaus Harnoncourt, (u.a. Styriarte 2003 Beethovens Choralfantasie - Warner Classics - mit Pierre-Laurent Aimard, Klavier; Mendelssohns 42. Psalm u.a. als Solist mit Luba Orgonasova, Florian Boesch, Deon van der Vaalt und dem Chamber Orchestra of Europe - Live-Übertragung auf Ö1 aus dem Stephaniensaal in Graz), Sir Simon Rattle, Zubin Mehta, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Claudio Abbado, Mariss Jansons, Georges Prêtre sowie bei Progetto Pollini in Salzburg, Paris, Tokio und Rom mit Maurizio Pollini.

Sein künstlerisches Profil zeichnet eine vielseitige musikalische Persönlichkeit aus: als Dirigent, Chorleiter, Komponist, Arrangeur und Sänger erweist sich Ricardo Luna als Künstler mit vielen Facetten. Die Aufführungspraxis Alter Musik ist ihm ebenso vertraut wie die zeitgenössischer Werke, er ist bei bedeutenden symphonischen Werken genauso zu Hause wie bei großen sakralen Kompositionen oder diesen für kleine Vokalensembles, wobei sein Hauptaugenmerk dabei auf der Interpretation liegt.

Als Dirigent leitete er u.a. Konzerte in den bedeutendsten Konzertsälen Österreichs und Argentiniens: Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus und Teatro Colón Buenos Aires. 


Seine ersten Konzerte in Europa gab er mit Bruckners 1. Symphonie in Wien und Bartóks „Konzert für Orchester“ in Szombathely, Ungarn.

In weiterer Folge leitete er unter anderen Orchestern den Wiener Concert-Verein, das Symphonieorchester der Wiener Volksoper, das Concilium musicum Wien, das Ensemble Prisma Wien, das Savaria Symphony Orchestra, das Philharmonische Orchester Oradea, (Brahms´ 1. Symphonie; Ouvertüre Romeo und Julia von Tschaikowsky; Tod und Verklärung von Richard Strauss) das Orquesta Sinfónica Municipal de San Martín - mit dem er vorwiegend Werke von Beethoven (Coriolan-Ouvertüre, 5. Klavierkonzert, 5. und 7. Symphonien) und von Mozart (Ouvertüre zum „Schauspieldirektor“, Symphonie Nr. 36 „Linz“ und die „Krönungsmesse“) aufführte, sowie das Symphonia Buenos Aires (Beethovens Prometheus-Ouvertüre und Eroica).  

 

Einen besonderen Höhepunkt bildete sein „Projekt Eroica“, das er anlässlich des 200. Jahrestages der Erstaufführung der 3. Symphonie Beethovens 2004 in Buenos Aires bei seinem triumphalen Debüt im Teatro Colón präsentierte. Bei dieser Gelegenheit fungierte Luna auch als Moderator.

Der zweite Teil dieses Projektes fand im April 2005 in Wien im Großen Sendesaal des ORF statt, wo Ricardo Luna den Wiener Concert-Verein dirigierte. Dabei spielte auch der Pianist Christopher Hinterhuber und Ingrid Wendl moderierte das Programm. Dieses Konzert wurde mit einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Otto Biba, Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, präsentiert.

Ricardo Lunas musikalische Arbeit und Interpretationen erweckten die Aufmerksamkeit und die Anerkennung bedeutender Dirigenten: „Herr Ricardo Luna ist mir seit Längerem sowohl als Chorsolist als auch als Dirigent gut bekannt. Ich halte ihn für sehr begabt und hervorragend ausgebildet. Seine musikalischen Konzepte empfinde ich als überzeugend und natürlich, dazu besitzt er die Fähigkeit und Autorität, diese den ausführenden Musikern zu vermitteln. Ich halte ihn für würdig einen beachtlichen Weg als Interpret zu machen und wünsche ihm dafür alles Gute“.

Diese lobenden Worte fand Nikolaus Harnoncourt über Ricardo Luna zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn in Wien.

Im August 2005 überreichte das Instituto Universal de las Naciones Ricardo Luna in Buenos Aires den Titel der „Nobleza Meritocratica“ und die Auszeichnung „Estrella Académica Universal“, um seine Verdienste als kultureller Botschafter Argentiniens zu würdigen.

Im Mozartjahr 2006 präsentierte er auf Einladung der österreichisch-argentinischen Wirtschaftskammer in Buenos Aires zum 60. Jubiläum dieser Institution ein reines Mozart-Programm für Chor und Orchester.

Im Sommer desselben Jahres wurde Ricardo Luna zum künstlerischen Leiter des Wiener Madrigalchores bestellt.  Bei seinem ersten Chor-Orchester-Konzert mit diesem Ensemble dirigierte er im Dezember 2007 im Wiener Konzerthaus die Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach und geistliche Musik aus Argentinien, bei der die international renommierte argentinische Mezzo-Sopranistin Bernarda Fink den Solo-Part sang.                                                                                                                Im selben Jahr präsentierte er als Bruckner-Interpret im Rahmen seines Bruckner-Zyklus in vier Bundesländern (u.a. ein Benefiz-Konzert im - und für den - Wiener Stephansdom und in der Stiftskirche Kremsmünster OÖ) ein Programm mit selten gespielten Instrumental-Motetten von Beethoven und Bruckner mit Vokalsolisten, Chor, Orgel und Posaunen.

Im Juni 2008 debütierte Ricardo Luna bei seinem zweiten Chor-Orchester-Konzert mit dem Wiener Madrigalchor im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins in Fortsetzung des Bruckner-Zyklus mit den zwei größten Chor-Orchesterwerken des Komponisten - Te Deum und Große Messe Nr. 3 in f-Moll (Erstaufführung der Fassung 1883) - gemeinsam mit den Vokalsolisten Ildikó Raimondi, Lorena Espina, Alexander Kaimbacher und Marcos Fink, der Schola Cantorum Wien und dem Symphonieorchester der Wiener Volksoper.

Nach Beendigung dieses Zyklus wurde Ricardo Luna von Dr. Johannes Leopold Mayer zu einem Interview im Rahmen seiner Sendereihe „Intrada“ auf Ö1 eingeladen, bei dem Ausschnitte aus den genannten Konzerten präsentiert wurden.

Als Chormeister weiterer Wiener Chöre dirigierte er u.a. das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré und die Missa „Cum Jubilo“ op. 11 von Maurice Duruflé in der Wiener Hofburgkapelle sowie die Magnificat-Vertonungen von Heinrich Schütz in der Wiener Michaelerkirche und leitete die Einstudierung von Mendelssohns „Elias“ für ein Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.                                                                                            

Im Juni 2009 gründete er das Ensemble Armonia Vocale Wien, ein professionelles Vokalensemble mit Schwerpunkt auf geistlicher a cappella Musik, mit dem er regelmäßig in der Peterskirche und der Karlskirche auftritt.

Im Herbst 2011 wurde Ricardo Luna zum Kapellmeister und Kantor der Karlskirche Wien IV ernannt. In dieser Position gestaltet er Musikprogramme für Hochämter vorwiegend mit Werken für Solisten, Chor und Orchester aus dem Barock und der Wiener Klassik. Dabei ist es ihm ein großes Anliegen, in Vergessenheit geratene Komponisten und Werke mit Rücksicht auf die Aufführungspraxis ihrer Zeit wieder zu Gehör zu bringen.

In diesem Barock-Juwel, Wahrzeichen Wiens, das von Kaiser Karl VI. 1713 beauftragt wurde, pflegt Luna nicht nur die Tradition der Wiener Hofmusik, sondern erweitert sie auch durch die Aufführung von Werken aus der Romantik bis zur Gegenwart.                               Unter den bedeutenden kirchenmusikalischen Aufführungen der letzten Jahre präsentierte er die Missa „Christi resurgentis“ à 22 voci von Heinrich Ignaz von Biber, die Missa in C-Dur von Johann Joseph Fux, die Missa sub titulo sti. Michaelis von Michael Haydn (neue Ausgabe) sowie auch die große e-Moll Messe und die Missa Solemnis von Anton Bruckner.

Für den Sommer 2012 erhielt Ricardo Luna eine Einladung zur "Narnia Arts Academy" - einem Meisterkurs auf internationalem Niveau - in Italien. Im Rahmen der von ihm geleiteten Chorakademie dirigierte er Mozarts „Krönungsmesse“ bei einem festlichen Hochamt in der dortigen Kathedrale.

2013 debütierte er in den USA (Florida) bei einem Neujahrskonzert mit Werken der Strauß-Dynastie. Weitere Gastdirigate führten Luna wieder nach Italien, wo er seit 2013 das anerkannte Orchestra da camera di Perugia gemeinsam mit verschiedenen Chören aus Umbrien leitete und bedeutende Werke großer Meister wie die „Krönungsmesse", das Requiem, die große „Credo Messe“, die Symphonie Nr. 25 von Mozart sowie Vivaldis „Jahreszeiten“, Bachs Magnificat aufführte und 2015 die selten gespielte „Missa solemnis“ von Bruckner dirigierte.

 

Die Musik des 20. Jahrhunderts sowie jene der zeitgenössischen Komponisten haben auch einen bedeutenden Stellenwert für ihn, so leitete er u.a. im Mozart Saal des Wiener Konzerthauses die österreichische Erstaufführung des Bandoneon-Konzerts von Astor Piazzolla.

 

Als Komponist schrieb er viele Werke unterschiedlicher Besetzungen, Stilrichtungen und Gattungen. Im Jahr 2012 wurden zwei seiner großen Kompositionen in Wien uraufgeführt: „Die Geburt Väinämöinens“ op. 18, im Rahmen eines Konzertes der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (ÖGZM) und die Grande Messe „Saint Michel“ op. 17, unter seiner Leitung im liturgischen Rahmen eines festlichen Hochamtes in der Wiener Peterskirche.

2015 erhielt Luna einen Kompositionsauftrag von der Karlskirche für eine Fanfare, die als Hymne der Kirche und Einzugsmusik großer Feierlichkeiten dient. Die „Fanfare der Karlskirche Wien“ op. 19 wurde am 8. November beim Hochamt zum Patrozinium von St. Karl Borromäus unter seiner Leitung uraufgeführt.  

 

Als Arrangeur und Dirigent präsentierte er 2013 seine erste CD: „Bruckner unknown“ (Preiser Records Vienna PR 91250) bei der er einzelne Sätze der 1. (Adagio und Scherzo, frühe Kompositionen) und 9. (Scherzo, Trios 1-3 sowie auch das Fragment zum Finale – John Philips Edition) Symphonien Bruckners bearbeitet, rekonstruiert oder für Kammerensemble orchestriert hat. Unter den zahlreichen Ersteinspielungen dieser CD sind die Skizze zum 1. Satz einer B-Dur Symphonie und die zweite Vertonung der Graduale Christus factus est WAB 10 besondere Highlights. „Bruckner unknown“ wurde von der internationalen Fachkritik in den folgenden Ländern hoch gefeiert: Österreich, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, die Benelux Länder, Dänemark, Norwegen, Griechenland, Italien, Schweden, Tschechische Republik, Russland, Australien und Japan. 

 

Kurz nach der CD-Erscheinung wurde Ricardo Luna nochmals von Dr. Johannes Leopold Mayer zu einem Interview bei „Intrada“ auf Ö1 eingeladen, bei dem einige Symphonie-Sätze Bruckners sowie Ausschnitte aus seiner eigenen Grande Messe "Saint Michel“ op. 17 präsentiert wurden.                                                                                                                                                                            

2014 gründete Ricardo Luna den Chor der Karlskirche Wien, mit dem er am 2. Februar 2018 im Petersdom, Vatikan, bei der musikalischen Gestaltung der von Seiner Heiligkeit Papst Franziskus zelebrierten Licht-Messe gemeinsam mit dem Chor der Sixtinischen Kapelle mitwirkte.

Unter anderen Werken dirigierte er das Graduale Locus iste von Anton Bruckner, O salutaris hostia von Josquin des Prés sowie if ye love me (St. Johannes 14, 15-17) von Thomas Tallis. Dieses Hochamt wurde weltweit sowohl im Fernsehen als auch im Internet via Live-Stream übertragen.

 

Einen weiteren Höhepunkt der erfolgreichen ersten Tournee des Chores stellte der Fernsehgottesdienst (RAI 1) in der Kathedrale von Terni am 4. Februar dar. Es wurden die Missa de Angelis (gregorianisch) sowie verschiedene Motetten in italienischer Sprache aufgeführt.                                                                       

Die vom Bischof Mons. Giuseppe Piemontese  zelebrierte Heilige Messe – bei der Luna auch den Chor der Diözese von Terni- Narni-Amelia (Umbrien-Italien) leitete - wurde von 1.655.000 Zuschauern in Italien verfolgt.

Im Moment arbeitet Ricardo Luna an einem Auftrag des Musikwissenschaftlichen Verlags für die Realisierung des Klavierauszuges der Neuausgabe (2005) der Großen Messe Nr. 3 in f-Moll von Anton Bruckner.  

 

Zum 300. Geburtstag Leopold Mozarts hat er mit dem Chor der Karlskirche - der heuer seinen 5. Geburtstag feierte – sowie Solisten und Orchester im Mai 2019 die Missa in A-Dur sowie die Motette „Beata es, Virgo Maria“ u.a. in der Karlskirche Wien IV neu einstudiert und aufgeführt. 

Eine weitere Neu-Einstudierung wird am 29. September unter seiner Leitung aufgeführt. Dabei handelt es sich um eine Neu-Ausgabe der Missa "Sti. Michaelis" von Michael Haydn für Chor, Orchester und Orgel. 

 

© 2019 Ricardo Alejandro LUNA. Erstellt mit Wix.com.

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